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Vorschau
draußen grünt und sprießt es überall. Morgens hört man wieder Vögel singen und am Abend die Frösche quaken. Der Frühling ist in vollem Gange.


April 2021
Naturschwärmer Begrüßung
 
Liebe/r  Naturschwärmer,
 

draußen grünt und sprießt es überall. Morgens hört man wieder Vögel singen und am Abend die Frösche quaken. Der Frühling ist in vollem Gange. Wir Naturschwärmer richten unseren Blick diesen Monat auf die Wildkräuter in der Natur. Sie können so manches Gericht verfeinern und werden auch als Färbe- oder Heilmittel verwendet. Entdecken Sie mit uns heimische Wildkräuter und machen Sie aktiv mit beim Kochen, Färben oder der Wildkräuterplauderei!

Lesen Sie hier und unter naturschwaermer.lbv.de mehr zum Thema Wildkräuter im April.


 
Monika Schirutschke
Dr. Norbert Schäffer
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und Naturschwärmen!

Monika Schirutschke, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung im LBV & 
Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV
Inhalt
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Häufige Wildkräuter und tierischer Kräuterexperte
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Ostereier färben
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Sammeltipps für Wildkräuter
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Bärlauch - Pesto
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Wildkräuterplauderei


 
Häufige Wildkräuter und tierischer Kräuterexperte
Ein Kind bringt ein Nistkasten an
 
Bärlauch
Bärlauch ist der Knoblauch unserer Wälder. Wer ihn nach dem langen Winter verspeist, bekommt angeblich Bärenkräfte verliehen. Er hinterlässt dabei im Gegensatz zum Knoblauch kaum unangenehme Ausdünstungen. Im April bedeckt der Bärlauch teppichartig den Boden feuchter Laub- und Auwälder. Sein Geruch eilt ihm meist schon voraus. Die weißen Blüten werden erst im Mai entwickelt. In der Heilkunde wird der antibakteriell wirkende Bärlauch unter anderem gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Aber Vorsicht – der Bärlauch hat auch giftige Doppelgänger! Lesen Sie mehr dazu weiter unten bei den „Sammeltipps für Wildkräuter“.
(Foto: Stephan Thomas)


 
Ein Kind bringt ein Nistkasten an
 
Gewöhnlicher Giersch
So manch einer von uns hat dem Giersch im Garten schon vergeblich den Kampf angesagt. Seien Sie einfach froh, wenn Sie ihn dort entdecken. Früher wurde er sogar bewusst in Klostergärten angebaut. Er wurde als Heilpflanze gegen rheumatische Beschwerden und Gicht eingesetzt. Bei den Römern war der Giersch sehr beliebt. Das ganze Mittelalter hindurch nahm er die Stelle des Spinats ein, der erst im 16. Jahrhundert aus Asien eingeführt wurde. Giersch wird in der Wildkräuterküche als Salatbeigabe oder wie Spinat verwendet. Die alte Bauernregel „Drei-drei-drei, bist beim Giersch dabei“ hilft bei der Bestimmung. Denn das dreiteilige Blatt ist selbst noch einmal drei geteilt und der Stängel ist dreikantig. Ab Ende April kann man den Giersch entdecken.
(Foto: Thomas Staab) 


 
 
Siebenschläfer
 
 
Große Brennnessel
Das „Superfood“ der heimischen Wildkräuter ist die Brennnessel. Die ersten Erinnerungen, die wir an die Brennnessel haben, sind meist mit Schmerzen verbunden. Haben wir nicht alle mal als Kind in kurzen Hosen die Brennhaare zu spüren bekommen? Bei Berührung werden diese Brennhaare abgebrochen und die dort enthaltene Kieselsäure verursacht die brennende Hautreizung. Im Magen kann die Brennnessel uns nichts anhaben. Im Gegenteil, sie ist eine regelrechte Vitaminbombe. Ihr Eisengehalt ist zudem deutlich höher als der in allen uns bekannten Kulturgemüsen. Auch Schmetterlinge schätzen die Brennnessel sehr. Über 20 verschiedene Schmetterlingsarten ernähren sich im Raupenstadium von Brennnesseln. Lassen Sie also für sich und die Schmetterlinge gerne eine Brennnesselecke im Garten stehen.
(Foto: Peter Bria)


Siebenschläfer
 
Tierischer Kräuterexperte - der Star
Auch Tiere wissen die Wirkung von Wildkräutern zu schätzen. So bauen z. B. Stare Kräuter und Blumen in ihr Nest ein. Forscher*innen haben herausgefunden, dass die Jungen, die aus Nestern mit Kräutern schlüpfen, vitaler sind als diejenigen aus kräuterlosen Nestern. Es scheint, als verstärke z. B. Schafgarbe im Nest die Abwehrkräfte der Jungvögel. Zudem geht man davon aus, dass durch die antibakterielle Wirkung von Kräutern das Bakterien- und Milbenwachstum im Nest unterbunden wird.
(Foto: Rosl Roessner)


 
Ostereier färben
 
Mehlschwalbe am Nest

Ostern steht vor der Tür! In vielen Haushalten in Bayern werden traditionell in der Karwoche Ostereier selbst gefärbt. Dabei achten wir Naturschwärmer natürlich auf die Verwendung ökologischer Färbemittel, am liebsten direkt aus der Natur. Färben Sie mit und schenken Sie Ihren Lieben dieses Jahr ein Osterei mit Kräutermuster.

Klicken Sie auf das Foto und erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ostereier mit Naturfarben und Kräutermuster selbst färben können.

Mehlschwalbe am Nest
 
 
 
Sammeltipps für Wildkräuter
 
Mehlschwalbe am Nest
(Foto: Peter Bria)

So sammeln Sie richtig

Achtsam und nachhaltig sollten wir beim Sammeln von Wildkräutern in der Natur vorgehen. Hier gibt´s die wichtigsten Tipps für Sie:

  • Achten Sie bitte darauf, möglichst keine Trittschäden zu hinterlassen.
  • Pflücken Sie aus großen Beständen und nehmen Sie nur so viel mit, wie sie tatsächlich benötigen.
  • Nehmen sie von einer Pflanze nur ein Blatt ab, dann kann sie gut weiterwachsen.
  • Sammeln Sie die Kräuter in einem Körbchen oder einer Stofftasche.
  • Waschen und verarbeiten Sie die Kräuter möglichst kurz nach dem Sammeln.
  • Sammeln Sie nur, was Sie kennen!

Vorsicht vor den giftigen Doppelgängern des Bärlauchs!
Die Blätter des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlose können leicht mit denen des Bärlauchs verwechselt werden.
 
 
 
Bärlauchblätter haben einen Stiel.
Die Blattunterseite ist matt.
Zerreibt man die Blätter, so duften sie nach Knoblauch. Die Unterscheidung durch Geruchsprobe kann aber auch trügen, wenn die eigenen Finger schon Bärlauchgeruch angenommen haben. Bärlauch wächst in Wäldern.
(Foto: Thomas Staab)


 
 
Maiglöckchenblätter haben auch einen Stiel. Die Blattunterseite ist jedoch glänzend. Maiglöckchen wachsen in Wäldern.  
(Foto: Christiane Geidel)


 
 
 
 
Die Blätter und die Blüten der Herbstzeitlose wird man nie gleichzeitig zu Gesicht bekommen. Die Blätter wachsen im Frühjahr und die Blüten erst im Herbst. Die Blätter haben keinen Stiel. Die Herbstzeitlose wächst in lichten Wäldern oder auf der Wiese. (Foto: Thomas Staab)

 
 
Viele Tipps und Ideen zur Weiterverarbeitung der gesammelten Wildkräuter finden Sie in unserer LBV Broschüre "Wildnisküche - Natürlich lernen".

 
 
Bärlauch - Pesto
 
Mehlschwalbe am Nest
(Foto: Monika Schirutschke)

Wussten Sie, dass sich der Sage nach Braunbären nach dem Winterschlaf gern mit frischen Bärlauchblättern stärken? Probieren Sie das doch einfach selbst aus. Am besten mit einem schmackhaften Bärlauch - Pesto.

Das brauchen Sie dazu:

·       100 g Bärlauchblätter
·       40 g Pinienkerne, geröstete Sonnenblumenkerne oder Haselnüsse
·       5 cl Olivenöl
·       Salz, Pfeffer
·       etwas Zitronensaft
·       ein leeres Schraubglas
·       geriebener Käse, z.B. Parmesan

Der Bärlauch wird gewaschen und am besten in der Salatschleuder getrocknet. Dann werden die Blätter mit dem Messer grob zerkleinert. Dadurch lassen sie sich leichter weiterverarbeiten. Die Blätter gemeinsam mit den Pinienkernen*, Pfeffer, Salz und Öl im Mixer oder mit dem Zauberstab pürieren. Wer mag, gibt Käse dazu und schmeckt das Pesto mit etwas Zitronensaft ab. Herrlich zu Nudeln oder auf’s Butterbrot.

* Nachhaltigkeits - Tipp:
Pesto wird traditionell in Italien aus Pinienkernen gemacht. Lassen Sie sich aber nicht täuschen beim Einkauf. Häufig stammen die Pinienkerne, die wir im Supermarkt finden, aus China. Achten Sie also beim Kauf auf die Herkunft. Wer es regionaler und nachhaltiger mag, der greift zu heimischen Haselnüssen oder Sonnenblumenkernen.


Haben Sie Appetit bekommen? Weitere Wildkräuter - Rezepte finden Sie hier:
Monika Schirutschke
 
 
 
Wildkräuterplauderei
 
Monika Schirutschke
 
Machen Sie mit bei unserer Plauderstunde über Wildkräuter! Wir würden uns freuen, wenn Jung und Alt dabei miteinander ins Gespräch kommen. Haben Sie ein Lieblingsrezept, kennen Sie ein Kräutergedicht oder die traditionelle Verwendung von Kräutern aus ihrer Region in Bayern? Dann greifen Sie zum Telefon oder schreiben Sie Ihren Freunden.
Wir sind schon neugierig auf die Erzählungen aus den „Wildkräuter-Schatzkisten“, die Sie auf naturschwaermer.lbv.de hochladen. Ob Fotos, Audiodatei oder Zeichnung. Aber zunächst mal, viel Freude beim Plaudern!


 
 
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Weiter geht’s im Mai mit dem Monatsthema  "Wald".


 

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Illustrationen: Pixabay, Sketchify, LBV
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Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.
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Vorsitzender: Dr. Norbert Schäffer



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