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Naturschutzthemen stehen angesichts von Krieg und Krisen derzeit nicht unbedingt auf Platz eins in den Schlagzeilen. Doch auf europäischer Ebene werden wichtige Debatten geführt und Entscheidungen getroffen, wie wir in den nächsten Jahrzehnten mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen umgehen werden.
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LBV-Naturschutzpolitik 1/2026

Liebe Naturfreundin, lieber Naturfreund,

Naturschutzthemen stehen angesichts von Krieg und Krisen derzeit nicht unbedingt auf Platz eins in den Schlagzeilen. Doch auf europäischer Ebene werden wichtige Debatten geführt und Entscheidungen getroffen, wie wir in den nächsten Jahrzehnten mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen umgehen werden. 


Sperrigen Bezeichnungen wie "Gemeinsame Agrarpolitik" (GAP) und oder "Natur-Wiederherstellungsverordnung" (WVO)  sagen den meisten Menschen wohl erstmal gar nicht viel. Doch dahinter verbergen sich europäische Instrumente, deren Gestaltung und Umsetzung maßgeblich dafür ist, wie sich die Natur und Artenvielfalt, auch direkt vor unserer Haustüre, in den nächsten 10 Jahren entwickeln werden. 


Heute wollen wir einen Überblick geben, welche großen Entscheidungen in der europäischen Naturschutzpolitik aktuell verhandelt werden und was das für unsere Arbeit in Bayern heißt.

Naturverbundene Grüße und vielen Dank für Ihre Unterstützung

Franziska Wenger
LBV-Referentin für Naturschutzpolitik

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Acker ohne Struktur

Wenn Feldvögel, Insekten und strukturreiche Landschaften verschwinden und durch strukturarme ersetzt werden, verliert auch die Landwirtschaft ihre ökologische Grundlage. (Foto: Dr. Olaf Broders)

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP): Der Schlüssel zu mehr Biodiversität in der Landwirtschaft

Vom 18. bis 20. März trafen sich die Agrarministerinnen und Agrarminister der Bundesländer zur Frühjahrskonferenz in Bad Reichenhall. Ein zentrales Konfliktthema war die Gemeinsame Agrarpolitik der EU ab 2028. Die GAP ist das wichtigste Finanzierungsinstrument für Naturschutz im Agrarraum und damit entscheidend für den Zustand der Biodiversität in unserer Landschaft. 


Die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission sichern jedoch kein verlässliches Mindestbudget für Naturschutzmaßnahmen. Stattdessen sollen weiterhin Milliarden an pauschalen Flächenprämien ausgezahlt werden, ohne damit messbare Fortschritte für Natur und landwirtschaftliche Betriebe zu erzielen.


Als Teil des bayerischen Agrarbündnisses haben wir Forderungen an die Agrarminister und Agrarministerinnen gestellt. 👉 Deswegen ist ein Umbau der Agrarförderung überfällig!

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur GAP beantwortet Ihnen unser bundesweiter Partner NABU 💡FAQ zur Agrarreform💡

Osterfeuer

Artenreiche Wiesen unterstützen die Insektenvielfalt (Foto: Franziska Wenger)

Wiederherstellung der Natur: Handlungsdruck ist groß, der Widerstand leider auch

Ein weiteres großes Thema auf der Agrarministerkonferenz war die Wiederherstellungsverordnung (WVO). Mit dieser haben sich alle EU-Mitgliedsstaaten 2024 verpflichtet, zerstörte Ökosysteme wiederherzustellen und das Artensterben endlich zu stoppen.


Doch obwohl der Handlungsdruck beim Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen größer denn je ist, gibt es großen Widerstand – und besonders laute Stimmen kommen dabei aus Bayern. Die Bayerische Staatsregierung fordert sogar, die WVO komplett außer Kraft zu setzen


Gemeinsam mit unserem Partner NABU rufen wir dazu auf, die WVO endlich als Chance für Land- oder Forstwirtschaft zu begreifen und konsequent umzusetzen!

👉 So wichtig ist die WVO für unser Leben

Rote Mauerbiene

Insekten wie die Rote Mauerbiene profitieren von den Errungenschaften des Volksbegehrens Artenvielfalt (Foto: Ralph Sturm/LBV-Naturfotodatenbank)

Tabubruch: Erstmals Vorgaben aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ gestrichen

Die Abgeordneten des Bayerischen Landtags haben das sogenannte „4. Modernisierungsgesetz“ verabschiedet. Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus werden damit erstmals Vorgaben aus dem Volksbegehren Artenvielfalt – „Rettet die Bienen!“ – gestrichen. Wir sehen hier einen Präzedenzfall, der weitere Änderungen und Schwächungen des Naturschutzrechts nach sich ziehen könnte. Ein Tabubruch, den wir nicht einfach akzeptieren werden! 👉 Das steht auf dem Spiel

Osterfeuer

Hilfe für die oberbayerischen Wiesenbrüter (Foto: Markus Messner)

Erfolg für die Natur: Unser Einsatz für den bayerischen Naturschutzhaushalt

Im vergangenen Herbst standen während der laufenden Haushaltsverhandlungen im bayerischen Landtag massive Mittelkürzungen für den Naturschutz im Raum. 


Gemeinsam mit anderen Verbänden haben wir uns auf politischer Ebene dagegen stark gemacht. Parallel haben zahlreiche LBV-Kreisgruppen mit Presseterminen vor Ort darauf aufmerksam gemacht, was wir verlieren, wenn staatliche Naturschutzmittel gekürzt werden. Die Initiative war ein Erfolg: für 2026/2027 wurde sogar ein leichtes Plus von 10 Millionen Euro angekündigt.


Im aktuellen LBV-Magazin stellen wir einzelne Kreisgruppenaktionen vor und zeigen, wo unsere Natur von staatlichen Geldern abhängt. 👉 Magazin jetzt lesen

So können Sie selbst aktiv werden

Die Natur in Bayern steht auf der Kippe – und gleichzeitig ist klar, was zu tun ist. Als LBV-Mitglied geben Sie unserer gemeinsamen Stimme Gewicht und sorgen dafür, dass Naturschutz nicht unter dem Deckmantel des „Bürokratieabbaus“ geschwächt wird.


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Cover des LBV-Magazins

In der neuen Ausgabe  unseres Mitgliedermagazins erfahren Sie alles Wichtige und Interessante über den amtierenden Vogel des Jahres - das Rebhuhn. Wo man es in Bayern noch beobachten kann und vieles mehr. Unsere spannende Reportage dreht sich dieses Mal um effektive Naturschutzarbeit. Auch die Finanzierung für den Artenschutz rückt in den Fokus.


Lesen Sie unser neuestes 👉 Magazin jetzt als praktisches E-Paper.

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Impressum:


LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Germany

09174/4775-0
info@lbv.de
www.lbv.de

1. Vorsitzender: Dr. Norbert Schäffer
Geschäftsführung: Alf Pille/Helmut Beran


Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt.


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Bildquellen:


Henning Werth (Allgäuer Hochalpen), Dr. Olaf Broders (Acker), Franziska Wenger (Wiese), Ralph Sturm (Rote Mauerbiene), Markus Messner (Gruppenfoto)


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