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Vogelschutz endet nicht an der Landesgrenze - Helfen Sie mit und unterstützen Sie unsere Partner vor Ort.
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LBV-Naturschutzpolitik 2/2026

Liebe Naturfreundin, lieber Naturfreund,

jedes Frühjahr freuen wir uns in Bayern über die Rückkehr von Zugvögeln wie Bienenfresser, Rauchschwalbe und Weißstorch. Auf ihren Reisen zwischen Europa und Afrika sind sie auf intakte Rast- und Überwinterungsgebiete entlang ihrer Zugrouten angewiesen. Wird eines dieser Gebiete zerstört, betrifft das nicht nur die Natur vor Ort – sondern auch die Vögel, die jedes Jahr nach Bayern zurückkehren.


Gemeinsam mit dem albanischen BirdLife-Partner PPNEA und BirdLife Europe & Central Asia wollte ich kürzlich eines der wichtigsten Zugvogelgebiete Albaniens besuchen: die geschützte Küstenlandschaft Vjosa–Narta. Doch mitten im Schutzgebiet standen wir Bulldozern gegenüber, die den Boden für ein geplantes Luxusresorts vorbereiteten. Zu sehen, wie ein so wertvoller Lebensraum in Echtzeit für privaten Profit zerstört wird, hat uns sprachlos gemacht.


Beim Zugvogelschutz ist eine grenzübergreifende Zusammenarbeit unverzichtbar. Daher bitten wir Sie heute, unsere albanischen Partner zu unterstützen und eine Petition gegen die Zerstörung in Vjosa–Narta zu unterzeichnen. 


Auch in Brüssel ist derzeit eine starke gemeinsame Position der europäischen Naturschutzverbände gefragt. Denn wichtige Naturschutzgesetze wie Natura 2000 und die Wiederherstellungsverordnung stehen unter massivem Druck. 


Dass der Schutz unserer bayerischen Natur direkt von diesen Gesetzen abhängt, zeigt der Fall der geplanten Baumaßnahmen am Fellhorn – mitten im europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet sollen hier neue Pisten und Lifte für den Skibetrieb entstehen.

Naturverbundene Grüße und vielen Dank für Ihre Unterstützung

Franziska Wenger
LBV-Referentin für Naturschutzpolitik

Jede Mitgliedschaft hilft uns, Lebensräume zu verbinden, Arten zu schützen und die Politik beim Wort zu nehmen. Mit einer LBV-Fördermitgliedschaft unterstützen Sie die Natur in Bayern indem Sie ihr eine Stimme geben.

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Küstengebiet im Vjosa Narta in Albanien

Mehr als 200 Vogelarten nutzen das Gebiet in Albanien als Rast-, Brut- oder Überwinterungsgebiet (Foto: Arsen Roshi)

Vogelschutz endet nicht an der Landesgrenze - Hands Off Vjosa-Narta!

Die geschützte Küstenlandschaft Vjosa–Narta liegt in Albanien am Adriatic Flyway, einer der wichtigsten Zugvogelrouten Europas. Mehr als 200 Vogelarten nutzen die Lagunen und Feuchtgebiete als Rast-, Brut- oder Überwinterungsgebiet – darunter Flamingos und Krauskopfpelikane. Doch genau dort werden derzeit mitten im Schutzgebiet Bauarbeiten für Luxusresorts vorangetrieben.


Bereits jetzt wurden wertvolle Dünen zerstört und ökologische Verbindungen zwischen Lagune und Meer beeinträchtigt – mit weitreichenden Folgen für Vögel, Fische und das gesamte Ökosystem. 

Bagger zerstören Naturschutzgebiet in Albanien

Schon jetzt wurden wertvolle Dünen zerstört (Foto: Bärbel Höhn)


Für uns beim LBV zeigt dieser Fall, warum Naturschutz nicht an Landesgrenzen endet. Gemeinsam mit unseren Partnern im weltweiten BirdLife-Netzwerk setzen wir uns für den Schutz von Lebensräumen entlang der gesamten Zugrouten ein. Wenn ein Rastgebiet in Albanien zerstört wird, betrifft das auch die Vögel, die wir in Bayern schützen.

Seit Monaten kämpft unser albanischer BirdLife-Partner PPNEA gegen die Zerstörung dieses einzigartigen Naturraums. Aus dem Widerstand ist inzwischen eine landesweite Protestbewegung entstanden: die „Flamingo-Revolution“.


Tausende Menschen gehen in Albanien auf die Straße, um Vjosa–Narta zu verteidigen. Was als lokaler Protest begann, hat sich längst zu einer landesweiten Bewegung entwickelt und sorgt inzwischen über die Grenzen Albaniens hinaus für Aufmerksamkeit. 

Flamingoproteste in Albanien

Tausende Menschen gehen in Albanien auf die Straße um gegen die Zerstörung zu Protestieren (Foto: Beka Photography)

Diese Internationale Aufmerksamkeit ist entscheidend, um genug politischen Druck aufzubauen und den Schutz dieses einzigartigen Naturraums zu erreichen.


✍️ Unterzeichnen Sie die Petition und helfen Sie mit, den Fall international sichtbar zu machen!

Hier Petition unterzeichnen!
Uferschnepfe

In Bayern fast ausgestorben: Die Uferschnepfe. Die Wiederherstellung zerstörter Lebensräume würde ihr unmittelbar zugutekommen (Foto: Christoph Bosch)

Beteiligungsverfahren zum Nationalen Wiederherstellungsplan (NWVO) gestartet

Die Natur-Wiederherstellungsverordnung (NWVO) hat das Ziel, zerstörte Ökosysteme in ganz Europa wiederherzustellen und das Artensterben zu bekämpfen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich 2024 zu diesem Ziel verpflichtet. 


Das zentrale Instrument zur Umsetzung ist der „Nationale Wiederherstellungsplan“ (NWP). Für Deutschland haben Bund und Länder darin Daten zum Zustand der Biodiversität gesammelt, bestehende oder geplante Maßnahmen aufgelistet und Gebietskulissen definiert, wo und wie zerstörte Natur wiederhergestellt werden kann. Bevor der Plan im Herbst 2026 an die EU-Kommission geschickt wird, haben wir alle – auch Sie – noch bis zum 25.06.2026 die Möglichkeit, den Plan zu kommentieren. 


Doch es gibt auch Gegenwind: Aktuell werden die Sinnhaftigkeit und Erfolgschancen des Gesetzes von Einzelnen weiterhin lautstark anzweifeln. Die Mehrheit der Menschen will aber eine intakte Natur! Bringen Sie Kommentare ein, die zeigen, wie wichtig die Umsetzung von Renaturierungen und Artenschutzprojekten ist, nachdem Jahrzehnte nur darüber gesprochen wurde.

So geht's:

Für die Kommentierung müssen Sie sich auf der Seite des Bundesumweltministeriums registrieren. Das dortige Erklärvideo gibt einen guten Überblick, wie Sie Kommentieren können.

Jetzt Plan kommentieren
Rote Mauerbiene

"Stresstest" für Natura 2000 - Keine Abschwächung der EU-Naturschutzrichtlinien!

Natura 2000 steht für ein EU-weites Biotopverbundsystem für selten gewordene Lebensräume sowie gefährdete Pflanzen- und Tierarten und gilt als das größte Schutzgebietssystem der Welt. Im Freistaat gelten sie unbestritten als die Kronjuwelen des bayerischen Naturschutzes, denn sie sind für den Erhalt der Biodiversität genauso bedeutsam wie für den regionalen Tourismus und die Naherholung.


Die EU-Kommission hat am 12. Mai dieses Jahres eine öffentliche Konsultation zum sogenannten „Stresstest“ der EU-Naturschutzrichtlinien gestartet. Dahinter verbirgt sich in Wahrheit ein bürokratischer Prozess, der offenbar auf eine Abschwächung des europäischen Naturschutzes abzielt! Doch Naturschutzgesetze schützen auch uns Menschen – werden diese weiter abgebaut, drohen hohe gesellschaftliche Kosten.


Die Koalition „HandsOffNature“, bestehend aus europäischen Naturschutzverbänden, sammelt deshalb noch Unterschriften in einer Petition. Helfen Sie mit und geben Sie der Natur eine Stimme! 

Naturschutzrichtlinie jetzt unterstützen
Baumaßnahmen am Fellhorn

Nach unserer Einschätzung verstoßen die Pistenbaumaßnahmen am Fellhorn weiterhin gegen das Bodenschutzprotokoll der Alpenkonvention und sind nicht genehmigungsfähig! (Foto: LBV)

LBV bedauert erste Gerichtsentscheidung zum Fellhorn

Erst am letzten Montag hatten LBV-Aktive sowie die Verbandsspitze mit einem Protestbanner gegen den Baubeginn eines Sessellifts am Scheidtobel und die Pisten am Fellhorn protestiert. Denn Teilflächen der geplanten Baumaßnahmen liegen innerhalb des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen, eines FFH-Schutzgebietes und eines Vogelschutzgebietes, die das in Bayern vom Aussterben bedrohte Birkhuhn schützen sollen. Das Gebiet zählt zu den wichtigsten Lebensräumen dieser bayerischen Ureinwohner.


Wir werden nicht zulassen, dass für kurzfristige wirtschaftliche Interessen massive Eingriffe in hochsensible Ökosysteme erfolgen, ohne dass die Umweltbelange umfassend geprüft wurden! Daher prüfen wir weitere juristische Schritte, um dieses naturzerstörerische Großprojekt in einem der wertvollsten Gebiete der Allgäuer Alpen zu stoppen.

Alle Hintergründe zum Fellhorn

So können Sie selbst aktiv werden

Die Natur in Bayern steht auf der Kippe – und gleichzeitig ist klar, was zu tun ist. Als LBV-Mitglied geben Sie unserer gemeinsamen Stimme Gewicht und sorgen dafür, dass Naturschutz nicht unter dem Deckmantel des „Bürokratieabbaus“ geschwächt wird.


Jede Mitgliedschaft hilft uns, Lebensräume zu verbinden, Arten zu schützen und die Politik beim Wort zu nehmen. Mit einer LBV-Fördermitgliedschaft unterstützen Sie die Natur in Bayern.

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SERVICE

LBV-Magazin

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Cover des LBV-Magazins

In der neuen Ausgabe unseres Mitgliedermagazins dreht sich alles um Moore – faszinierende Lebensräume, bedrohte Natur und zugleich unverzichtbare Klimaschützer. Erfahren Sie, warum Moore so wertvoll sind, welche spezialisierten Arten dort leben und wie ihre Renaturierung konkret gelingt. Außerdem zeigen wir, wie jeder Einzelne – etwa durch torffreies Gärtnern – zum Schutz dieser einzigartigen Ökosysteme beitragen kann.


Lesen Sie unser neuestes 👉 Magazin jetzt als praktisches E-Paper.

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Impressum:


LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Germany

09174/4775-0
info@lbv.de
www.lbv.de

1. Vorsitzender: Dr. Norbert Schäffer
Geschäftsführung: Alf Pille/Helmut Beran


Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt.


Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

Bildquellen:


Henning Werth (Allgäuer Hochalpen), Arsen Roshi (Küstenlandschaft Albanien), Bärbel Höhn (Bagger in Küstenlandschaft Vjosa–Narta), Christoph Bosch (Uferschnepfe), Julia Römheld (Buchenwald), LBV (Bagger am Fellhorn)


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